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Lexikon Pferde + Pferdefuhrwerke | Suchen
 

Lexikon - Pferde und Pferdefuhrwerke
Aalstrich dunkler Streifen, der über die Länge des Pferderückens verläuft.
Abstammungs-nachweis Nachweis über die Abstammung, der über ein anerkanntes Zuchtbuch erfolgen muss. (->Stammbuch)
Abzeichen kleinere und große weiße Zeichnungen im Fell eines Pferdes, befinden sich am Pferdekopf (->Abzeichen am Kopf) oder an den Beinen (->Abzeichen an den Gliedmaßen).
Abzeichen am Kopf

Abzeichen am Pferdekopf sind immer unterschiedlich. Keine zwei Pferde werden die gleichen Abzeichen haben. Unterschieden wird zwischen Stern, Schnippe, Blesse und Laterne, die auch kombiniert auftreten können:
- Stern: weißer Fleck auf der Stirn
- Schnipse: weißes Abzeichen zwischen den Nüstern
- Blesse: Abzeichen, dass von der Stirn bis zur Nase verläuft
- Laterne: Abzeichen, dass über den Augen beginnt und bis zu den Nüstern und zum Mund verläuft.
Ein Pferd wird als Milchmaul bezeichnet, wenn es eine weiße Schnauze hat. Wenn rund um das Maul Flecken zu sehen sind, spricht man von einem Krötenmaul. Schließlich gibt es noch Pferde mit fleischfarbigen Maul. Ein Mehlmaul findet sich beispielsweise bei Exmoor-Ponys, bei denen sich cremefarbige Haare rund um Nüstern und Maul befinden.

Abzeichen an den Gliedmaßen An den Gliedmaßen gibt es sehr unterschiedliche Arten von Abzeichen. Es gibt sogenannte weiße und halbweiße Füße, Fesseln, Ballen, Kronen, Zebrastreifen und außerdem können die Hufe hell sein.
Achse Aufhängevorrichtung und Drehpunkt der Räder. Die Achsen von Pferdefuhrwerken wurden erst im 19. Jahrhundert aus Metall gefertigt, vorher aus Holz. Die Holzachsen waren weniger belastbar, so dass es bei Überlastungen zu Achsenbrüchen kam.
Adel Sehr gute Leistungsfähigkeit und Erscheinung eines Pferdes und einer Pferderasse als Ergebnis einer anerkannten Abstammung und erstklassiger Ausbildung.
Aktion Beinhaltung eines Pferdes und die Art seiner Fortbewegung bei verschiedenen Gangarten.
Albino weißes Pferd, dass von Geburt an seine weiße Haarfarbe hat. Im Gegensatz dazu hellt beim 'normalen' Schimmel die Haarfarbe erst mit der Zeit auf, sie werden graufarbig geboren. Bei Albinos handelt es sich um einen angeborenen Pigmentmangel, also ein Mangel an Farbkörpern. Deshalb bleibt das Fell und die Haut dieser Tiere weiß, die Augen rot. Albinos sind lichtscheu. Wissenschaftlich betrachtet liegt eine Genmutation vor.
Alter Pferde können bis zu 20 Jahre alt werden. Das Alter lässt sich u.a. durch das Gebiss bestimmen. Mit viereinhalb Jahren sind die Milchzähne durch sechs bleibenden Schneidezähne ersetzt. Im zehnten Lebensjahr erscheint am Zahnfleisch der oberen Zähne der Einbiss, der in den folgenden Jahren wieder verschwindet.
Alte Pferde lassen oft ihre Unterlippe hängen, haben einen kahlen Schweif, schlaffe Haut und einen Senkrücken. Es zeigen sich graue Haare.
Anspannen Zum Anspannen der Zugpferde steht der Wagen mit angezogener Bremse bereit. Die bereits aufgeschirrten Pferde treten langsam und vorsichtig zur Deichsel hin zurück. Nach der Führung der Innenleinen werden die Deichselketten befestigt.
Anspannungsstil Als Anspannungsstil wird eine Kombination von Pferdetyp, Geschirr und Wagentypen bezeichnet.
Heute sind in Europa hauptsächlich englische und ungarische Anspannungen bei Schauwettbewerben üblich.
Englische wie ungarische Anspannung unterscheiden sich zudem durch die Stadt- oder Parkanspannung von der schlichteren Landanspannung.
- Englische Anspannung
Zwei- oder vierrädrige Kutsche, mit gepflegten und eleganten Pferden. Hohe, schwere englische Wagentypen in dunklen Farben werden mit englischen Fahrleinen und Bogenpeitsche kombiniert. Oft wird ein schwarzes Kumtgeschirr mit Fahrkandare und Ketten-Aufhalter mit stahlpolierten, ovalen Gliedern verwendet.
- Landanspannung
Jagdwagen wird mit einem Brustblattgeschirr kombiniert. Die Landanspannung zielt auf Sicherheit und ist deutschen Ursprungs. Unterschieden werden zudem Einspänner und Mehrspänner. Einspänner sind Gespanne mit einem Pferd. Dies können zwei und vierrädrige Pferdewagen sein. Mehrspänner sind meist kombiniert mit vierrädrigen Wagen.
Aufgalopp Vor Beginn eines Rennens werden Pferde im Galopp vorgestellt.
Aufschirren Anlegen des Geschirrs, dass vor dem Anspannen erfolgt. Angelegt wird entweder ein Brustblattgeschirr oder ein Kumtgeschirr.
Aufziehtrense Um zu verhindern, dass das Pferd in der Bewegung 'kippt', werden bei der Aufziehtrense die rund gearbeiteten Backenstücke durch die Trensenringe geführt und mit den Trensenzügeln durch Schnallen verbunden.
Auskeilen wenn ein Pferd mit den Hinterbeinen ausschlägt. Pferde sind sehr ängstliche Tiere, wenn ein Pferd von hinten erschreckt wird, keilt es aus.
Backenzähne ausgewachsene Pferde haben 24 Backenzähne, je sechs auf jeder Seite des Ober- und Unterkiefers.
Behang Haare an den Beinen, vor allem bei Kaltblutpferden, auch als Kötenzopf oder Kötenbehang bezeichnet.
Belastung Um die Zugtiere zu schonen sind zwei unterschiedliche Gesichtspunkte zu beachten, Gangart sowie die Zuglast.
Für das Pferd ist eine ruhige und gleichmäßige Fahrweise wichtig, Schritt und Trab sollten regelmäßig gewechselt werden.
Lange Ausfahrten sind besser als kurze Trabfahrten.
Regelmäßige Ruhepausen sind notwendig.
Ungefähr einen Kilometer vor dem vorgesehenen Rastplatz sollte in den Schritt übergegangen werden, damit das Pferd bzw. die Pferde zur Ruhe kommen können.
Die Ermittlung des Zuggewichtes ist abhängig von der Fahrbahn bzw. dem Straßenbelag sowie von der Kraft des Pferdes.
Hierzu Faustregeln:
- auf befestigten Wegen mit hartem Belag kann das Pferd das dreifache seines eigenen Gewichts ziehen.
- Auf Sand- und Schotterwegen rechnet man hingegen das zweifache Gewicht des Pferdes.
- In den Bergen oder auf hügeligen Wegen sollte das Pferd höchstens eine Zuglast ziehen, die seinem Eigengewicht entspricht.
Beschlagen Die Hufe eines Pferdes sollten mit Hufeisen beschlagen werden.
Dazu sind Hufeisen, Hufnägel und die Werkzeuge des Hufschmieds erforderlich.
Zunächst entfernt der Hufschmied das alte Hufeisen. Dazu werden mit einer Nietklinge die im Huf versenkten Nagelenden gehoben und mit der Abreisszange das alte Eisen gelockert und gelöst. Anschließend wird der Huf für das neue Hufeisen vorbereitet, in dem nachgewachsenes Horn abgeschlagen wird. Ein neues Hufeisen wird angepasst. Soweit es nachbearbeitet werden muß, wird es in einer Esse glühend heiß erhitzt und auf dem Amboss mit dem Hammer in Form gebracht. Nach dem Abkühlen wird es angenagelt. Die Nagelenden werden mit der Zange abgekniffen und die Enden nachgezogen. Schließlich wird der Huf nachgeraspelt.