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Radfahrer
fürchten den Linienbus im Rücken und räumen oft nicht
die Extrafahrbahn
Immer
Ärger auf der Busspur
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| Frankfurter Stadtrundschau |
25.07.1992, S. 20
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Von Peh
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Angst und Aggression
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| "Wenn du auf der Busspur
radelst und du hörst, daß da so ein Riesending hinter dir
brummt, dann kriegst du erst mal Angst, dann trittst du in die Pedale
und siehst zu, daß du Land gewinnst." Peter Blöcher,
der städtische Fahrradbeauftragte, weiß aus eigenem Erleben,
wie man sich fühlt, wenn der Bug eines der 200 FVV-Busse nur
noch Zentimeter vom Hinterreifen entfernt ist. "Die Radfahrer
und die Busfahrer müssen sich aber auf den für sie und auch
für Taxis reservierten Spuren arrangieren", sagt er, "wir
müssen unter allen Umständen vermeiden, daß sich ausgerechnet
diese beiden Gruppen, die ja für die umweltfreundlichen Verkehrsarten
stehen, bekriegen." |
| Doch Zwist ist nicht eben
selten auf den alles in allem jetzt 7,5 Kilometer langen Busspuren
in der Stadt (weitere 1,5 Kilometer sind geplant). Darüber ist
sich jetzt eine von Blöcher zusammengerufene Runde von "Praktikern"
einig. Benno Lembes von Personalrat der Stadtwerke-Verkehrsbetriebe
sieht die Spuren "teilweise als Kriegsersatzschauplatz".
Sein Kollege und Freund, der Busfahrer Reinhard Henß, gibt offen
zu, daß er beim alltäglichen Frankfurter Straßenkampf
schon mal aggressiv wird, wenn ihm ein Radfahrer im Bummeltempo die
zügige Fahrt nimmt: "Häufig fahren wir ja Verspätungen
hinterher. Und wenn dann auch noch auf der Busspur, wo wir ja flott
vorankommen sollen, uns dann zwei oder drei Radfahrer nebeneinander
den Weg versperren, dann ist das eben nicht gut. Die Radler sind ja
eigentlich nur Gäste hier." |
| Für die
dann auch die Sondersignale an den Ampeln nicht gelten. Kriegt der
Bus durch ein "B" frühzeitige Fahrt vor den Autos,
dann dürfen die Radfahrer - so beschreibt Ulrich von Bieberstein,
Sprecher der Frankfurter Verkehrspolizei, die Rechtslage - nicht im
Windschatten mitspurten. "Aber wenn die im Pulk vor einem vor
der Ampel stehen, dann nützt mir das ,B’-Signal auch nichts.
Dann komme ich nicht vom Fleck", klagt Henß: "Die
könnten doch wenigstens an den Rand fahren." In spätestens
zwei Jahren dürfen die "geduldeten Gäste" wohl
überhaupt nicht mehr auf die Spur. Dann können sich - so
die städtische Planung - Busfahrer durch das IBIS-IRIS-System
per Funk eine "grüne Welle" an den Ampeln schalten
- "und dann müssen Taxis und Räder wieder von den Spuren
runter", sagt Verkehrspolizist von Bieberstein. |
| Für den Fahrradbeauftragten
Peter Blöcher ist darüber das letzte Wort noch nicht gesprochen:
"Wo sollen die Radler dann hin? Man darf sie doch nicht links
von der Busspur führen, dann geraten sie doch in eine Sandwich-Situation
zwischen Autos und Busse." Thomas Reinekker von der Straßenverkehrsbehörde
sieht das ähnlich: "Wir müssen genau nachgucken und
jede Stelle genau überprüfen." |
| Zwei beim Blöcher-Forum
glauben zu wissen, wie man dieses Dilemma und überhaupt das Problem
"Wie kommt der dicke Bus am Radler vorbei?" lösen könnte.
Michael Linke von der "Taxi-Union" und Hans-Martin Füssel
vom "Allgemeinen Deutschen Fahrradclub" (ADFC) sind sich
einig: "Man muß die Spuren von vornherein einfach breiter
machen!" |
| Wobei die 5000 Frankfurter
Taxifahrer, die 1700 Kraftdroschken steuern, als Dritte im Busspur-Bunde
es mit allen gut können. Klaus Böttger von der "Taxivereinigung":
" Wir kommen gut an den Rädern vorbei. Und mit den Busfahrern
haben wir keine Probleme. Schon seit Jahrzehnten nicht." |
| (Siehe auch: "Fair
ist sicher...) |
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Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel,
Bus, ÖPNV, Technik, Busspur, Politik, Umwelt, Frankfurt, Hessen,
Verkehrswerkstatt, Deutschland |
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