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Damit Hacker
nicht mitfahren
Automobilindustrie:
IT-Sicherheit an Board holen
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| VDI nachrichten |
21.11.2003, S. 17 |
Von C. Schulzki-Haddouti
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| Die Automobilbranche
sollte in Sachen Kryptographie dazulernen. Schließlich muss
Hackern der zutritt zur Kfz-Elektronik verwehrt bleiben, fordern Experten. |
| Christif Paar
warnt: "Spätestens mit der Kommunikationsanbindung von Fahrzeugen
an das GSM- und UMTS-Netz oder Bluetooth-Verbindungen, wird das Gefahrenpotenzial
sprunghaft ansteigen", so der Professor für Kommunikationssicherheit
an der Ruhr-Universität, der Mitte dieser Woche mit der Bochumer
GITS AG und dem TÜV Rheinland eine Tagung zur IT-Sicherheit im
Auto organisierte. |
| Die Autohersteller
haben ihre ersten Erfahrungen mit IT-Sicherheitssystemen bereits gemacht.
Sie sichern elektronische Wegfahrsperren mit kryptografischen Funktionen.
Mit Erfolg: Seit den 90er Jahren gingen die Autodiebstähle um
jährlich 10 % zurück. Gefördert von der Europäischen
Kommission arbeitet BMW derzeit an einem digitalen Schlüssel
fürs Auto. Er soll neben dem reinen Zutritt zum Auto auch persönliche
Informationen etwa für die Einstellung des Rückspiegels
oder des Fahrersitzes speichern. |
| Motorsteuerung,
Bremsen, Lenkung - selbst die grundlegenden Funktionen des Autos kommen
nicht mehr ohne Rechnerunterstützung aus. Ohne Datensicherheit
sind Hackerangriffe auf wichtige Fahrzeugfunktionen denkbar. Aber
auch neue Geschäftsmodelle würden ohne eine kryptographische
Absicherung zusammenbrechen: "Man könnte mit Hilfe eines
Software-Tuning-Kits für die Motorsteuerung einem Auto über
das Wochenende 20 PS gegen 19,99 € mehr zur Verfügung stellen",
beschreibt Paar. Risiko: Bei unbefugter Verwendung würden Herstellern
nicht nur Umsätze entgehen. |
| Sicherheits-
und Überwachungsfunktionen können auch an bestimmte rechtliche
Regelungen geknüpft werden. In den USA machte vor zwei Jahren
der Fall eines Autovermieters Schlagzeilen: Er verfolgte seine Wagen
mit Hilfe des Satellitensystems GPS und berechnete seinen Kunden im
Fall von Geschwindigkeitsüberschreitungen saftige Strafgebühren.
Dieselbe Technologie könnten künftig auch Hersteller verwenden,
um etwa ihre Garantie vom richtigen Fahrverhalten abhängig zu
machen. |
| Paar warnt davor,
Angreifer zu unterschätzen. Wettbewerber könnten telematische
Daten auslesen, um herauszufinden, wie die neue Einspritzpumpe funktioniert.
Bösartige Software ließe sich einschleusen, um das ABS-System
zu manipulieren. |
| Schon heute
gibt es in Italien Manipulationsgeräte für digitale Tachometer
kommerziell zu erwerben, weiß der britische Kryptoexperte Ross
Anderson. Über eine Pulsverzögerung zeigt der Tacho statt
130 km/h nur 80 km/h an. Die Hemmschwelle, solche Geräte einzusetzen,
sei jedenfalls bei den britischen Automechanikern relativ gering:
20 % haben bereits ein Vorstrafenregister. |
| Noch eignen
sich die verwandten Prozessoren nur schlecht für kryptographische
Anwendungen. Software-Entwickler müssen im Autobereich interdisziplinär
arbeiten. Die Systeme sind sehr komplex, da viele Parteien beteiligt
sind: Hersteller, Verkäufer, Wartung und Eigentümer. "Die
Entwicklung von IT-Sicherheit im Auto ist schwierig", konstatiert
Paar. |
| http.//www.escarconference.org |
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Schlagwörter:
Verkehr, Verkehrsmittel, KFZ, Technik, Mechatronik, Elektronik, Sicherheit,
Kriminalität, Manipulation, Schutz, Hacker, Risiko, Kryptologie,
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