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Die Titanic aber lebt.Sie ist Projektionsfläche von
Erfahrungen, die den Menschen Bilderwelten gibt, die aus ihrer
Phantasie entstehen: Mag die Wissenschaft auch Aufklärung
über alles geben können, so wird sie nichts gegen die
Bilderwelten tun können, die aus disem Schiff und seinem
Untergang gespeist werden. Wie ein nicht ausgestorbener Dinosauerier
verhält sich die Titanic, ihre tatanische Kraft erweckt
Bilder, Gefühle und Träume, die vermeintlich längst
aus dem Alltag verdrängt sind. Die Titanic, ruhend
in den Tiefen des Meeres, wirkt dennoch wie ein Kraftwerk der
Emotionen, denen sich kaum jemand verweigern kann: Über 3000
Bücher haben sie zum Gegenstand, an die drei Dutzend Filme
- der bislang letzte ist gerade in den USA abgedreht - erzählen
von ihr, sie ist Inhalt einer Oper, Titel eines endgültigen
Satiremagazins, Vorlage für Bastelbögen, Allegorie,
Metapher und Projektion zugleich.
Die mindestens wissenschaftlich angehauchten Mitglieder der weltweit
bestehenden "Titanic Societies" sind, außer in
Habitus und ihren gesellschaftlichen Gepflogenheiten, letztlich
nicht so verschieden von Betreibern und Besuchern des "Café
Titanic" in Berlin-Prenzlauer Berg.
Sie wähnen sich alle am Abgrund, aber
sie stehen doch auf festem Boden.
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