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Auge um Auge, Horn um Horn
Die Erfindung des Sex hat in der Natur für allerlei kuriose Auswüchse gesorgt. Auch im wörtlichen Sinne, denn Pfauenschwänze oder Elchgeweihe dienen hauptsächlich zum Protzen und sind aus ökonomischer Sicht eine einzige Katastrophe. Ähnliches gilt auch für Mistkäfer, fand ein amerikanischer Biologe heraus. Aber immerhin sprießen bei den gehörnten Gesellen die Geweihe dort, wo sie am wenigsten stören. Der Wissenschaftler maß die Geweihgrößen bei drei Mistkaefer-Arten (Onthophagus). Dabei zeigte sich, dass besonders große und imposante Geweihe auf Kosten der umliegenden Organe wachsen. Entspringen sie an der Vorderseite des Kopfes, sind die Fühler kleiner. Sitzen sie an der Hinterseite des Käferkopfes, lassen sie die Augen schrumpfen. Und wenn sie an der Brust entspringen, fallen die Flügel kleiner aus. Doch warum wachsen die Geweihe überhaupt an unterschiedlichen Körperstellen? Eine Erklärung fand der Forscher, als er die Lebensweise verschiedener Käferarten in Betracht zog. Demnach können sich nachtaktive Arten keine kleinen Augen erlauben. Mistkäfer, die den Dung seltener Tiere bevorzugen, brauchen dagegen gute Flügel, um ihr Ziel zu erreichen. Und Arten, die auf ihren Geruchssinn angewiesen sind, brauchen große Fühler Die Geweihe wachsen ihnen daher an den Körperstellen, an denen sie mit diesen Bedürfnissen am wenigsten in Konflikt geraten.

Quelle: inScight, 23.02.01 Forschung: Douglas J. Emlen, Division of Biological Sciences, University of Montana, Missoula, in Science, Vol. 291, No. 5508, 23.2.01, pp 1534 - 1536
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    aktualisiert: 28.06.07
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