|

Alarmgeruch gegen Schädlinge
Pflanzen stehen
Frassfeinden nicht gänzlich hilflos gegenüber. Viele Pflanzen
bilden Substanzen, die sie für die Pflanzenfresser weniger
genießbar machen oder produzieren Nektar, um nützliche
Insekten als Schutztruppe zu rekrutieren.
Alternativ kann die Pflanze aber auch flüchtige Alarmsubstanzen
produzieren, um Helfer anzulocken. Dieses Zusammenspiel war bisher
nur im Labor beobachtet worden.
Forschern aus Jena gelang nun der Nachweis, dass der Hilfeschrei
auch im Freiland nicht ungehört verhallt. Die Forscher untersuchten
dazu nahe Verwandte der Tabakpflanze (Nicotiana attenuata) in der
Wüste im US-Bundesstaat Utah.
Wurden die Blätter von Raupen oder Käfern angefressen,
setzten die Pflanzen einen Cocktail mehrerer flüchtiger Substanzen
frei. Diese Duft-palette lockte räuberische Insekten an, die
sich über die sonst nur schwer auffindbaren Schädlinge
her-machten. Binnen kurzer Zeit ging der Schädlingsbe-fall
so um 90 Prozent zurück, berichten die Forscher. Außerdem
stellten sie fest, dass Schmetterlings-weibchen ihre Eier nur selten
auf einer um Hilfe rufenden Pflanze ablegen. Damit wird auch die
erst noch kommende Generation von Fressfeinden abgewehrt.
Quelle:
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.,
15.3.01 Forschung: André Kessler und Ian Baldwin, Max-Planck-Institut
fuer chemische OEkologie, Jena, in Science, Vol. 291, No. 5511,
16.3.01, pp 2141-2144
|

|