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Klimawandel verstört Schmetterlinge
Die Raupen des Kleinen Frostspanners (Operophtera
brumata) müssen im Frühling zu dem Zeitpunkt schlüpfen,
zu dem sich auch die Knospen ihrer Wirtspflanzen öffnen. Schlüpfen
sie zu früh, finden sie noch keine Nahrung. Kommen sie aber
zu spät, sind die Blätter und Knospen bereits zu hart,
um noch genießbar zu sein.
Wie zwei niederländische Biologen jetzt am Beispiel der Eichenknospen
entdeckten, verpassen die Frostspanner neuerdings den richtigen
Zeitpunkt und schlüpfen bis zu drei Wochen zu früh. Ursache
sind die ungewöhnlich hohen Frühjahrstemperaturen der
letzten 25 Jahre, glauben die Forscher. Gleichzeitig sei die Zahl
der Frosttage im Winter konstant geblieben. Und da die Frostspanner
und die Eichen-knospen diese zwei Anhaltspunkte unterschiedlich
auswerten, seien sie immer mehr aus dem Takt geraten. Die Forscher
glauben, dass sich der Frostspanner an einen langsamen Klimawandel
gut hätte anpassen können. Die gegenwärtige Erwär-mung
verlaufe aber zu schnell.
Auch andere aufeinander eingespielte Tier- und Pflanzenarten seien
davon betroffen. Und da die meisten Tiere wiederum als Nahrung für
andere Arten dienen, könnten ganze Ökosystem in Mitleidenschaft
gezogen werden.
Quelle:
Nature Science Update, 7.2.01 Forschung: Marcel E. Visser und
Leonard J. M. Holleman, Netherlands Institute of Ecology, in
Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences, Vol.
268, No. 1464, pp 289 - 294
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