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Vogelschutz statt Landwirtschaft
Für den Schutz von
gefährdeten Wiesenvögeln benötigt man die Mitarbeit
der Landwirtschaft. Denn deren weite Grünlandflächen sind
für die Vögel ideale Brutreviere. Die intensive Bewirtschaftung
mindert jedoch den Bruterfolg.
Eine einfache Methode, aus Landwirten Vogelschützer zu machen,
fanden holländische Vogelkundler jetzt.
Normalerweise erhalten holländische Bauern eine Prämie
für jede Fläche, die sie für Wiesenvoegel brachliegen
lassen oder erst nach der Brutsaison bearbeiten. Dieses System wandelten
die Vogel- schützer versuchsweise ab: Danach erhielten die
Bauern eine Prämie für jedes Gelege von Wiesenvögeln,
das auf ihrem Land gefunden wurde. Die Landwirte wurden so zu enthusiastischen
Vogelschützern, die ihre ganz persönlichen Schutzstrategien
entwickelten.
Einige errichteten beispielsweise Eisenkäfige um die Nester,
um Kühe fernzuhalten. Andere markierten die Gelege mit Fahnen,
um die sie mit ihren Landmaschinen einen großen Bogen machten.
Zur Überraschung der Vogelkundler stieg der Bruterfolg auf
solchen Flächen auf bis zu 65 Prozent. Auf Kontrollflächen,
die nach dem alten System geschützt wurden, waren es rund 40
Prozent. Die Zahl dieser Kontrollflächen nahm während
der Untersuchung jedoch stark ab, berichten die Forscher. Die Landwirte
seien einfach zu begeistert gewesen von der Idee, sich selbst als
Vogelschützer zu betätigen. Und die Schutzkosten hätten
am Ende nur noch ein Zehntel betragen.
Quelle: Society for Conservation Biology, 22.3.01
Forschung: Kees Musters, Hans de Graaf, Wim ter Keurs, Universitaet
Leiden, in Conservation Biology, Vol. 15(2), April 2001 Web:
http://www.nivonvwg.demon.nl/meadowwbirds.htm
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