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Funktionsweise

Was passiert im Hintergrund, wenn ein Besucher auf die Verknüpfung mit einer Audiodatei klickt? Hier der Versuch einer vereinfachten Erklärung:

Damit der Besucher einer Webseite eine Audiodatei hören kann, wird in der Regel die angeklickte Audiodatei erst komplett über das Internet auf den lokalen Rechner übertragen, dort zwischengespeichert und dann in einem Abspielprogramm (z. B. im Mediaplayer) geöffnet. Das Abspielprogramm bringt die Audiodatei "zu Gehör".

Bei großen Dateien entsteht naturgemäß eine Zeitlücke vom Beginn des Anklickens der Audiodatei bis zum Hören auf dem lokalen Rechner des Besuchers. Die Größe dieser Zeitlücke hängt ab

  1. von der Verbindungsart zwischen lokalem Rechner und dem Internetprovider und
  2. vom Verkehrsaufkommen im WWW.

Prinzipiell kann man sagen, je schneller die Verbindung zwischen dem lokalen Rechner und dem Internetprovider (und dessen Anbindung an das Internet!) ist, desto schneller können die Daten der Audiodatei übertragen und abgespielt werden. Bei einer Verbindung zum Internet über ein 33,6-K-Modem ist die Übertragung naturgemäß langsamer als bei ISDN oder gar einer Standleitung. Die Zeitlücke ist aber auch noch vom "Verkehrsaufkommen" im WWW abhängig. Beliebte und häufig besuchte Webseiten verursachen wegen der vielen Anfragen Datenstaus auf der "Datenautobahn", dem Internet. Die Antwortdaten brauchen deshalb mehr Zeit, um zum lokalen Rechner zu Hause zu gelangen, obwohl die Datenpakete selbständig intelligente Wege suchen. Der Besucher muß trotz schneller Verbindungart warten. Diese Tatsachen sollte man sich grundsätzlich bei dieser Thematik vor Augen halten.

Audiodateien im Standardformat WAV erzeugen bei guter Tonqualität meist enorme Dateigrößen. Ein 3-Minuten-Musikstück als WAV-Datei in CD-Qualität ist 31.752.000 Bytes = 31 MegaBytes groß und braucht mehr als 75 Minuten, um über eine perfekte 56-K-Modemverbindung übertragen zu werden! Für das WWW ist diese Größe nicht akzeptierbar.

Deshalb wurden neue Verfahren gesucht und entwickelt, um dieses Problem zu lösen. Zwei Möglichkeiten zeichnen sich ab, die mit einander kombiniert versuchen, diesen Mißstand zu beheben:

Beim Streaming-Verfahren passiert folgendes: Nach dem Anklicken der komprimierten Datei werden die ersten "Dateischnipsel" auf dem lokalen Rechner in einem geeigneten Abspielprogramm geöffnet, ohne daß die ganze Datei schon Übertragen sein muß! Während die ersten Töne zu hören sind, wird im Hintergrund der Rest der Datei weiter übertragen und dem Player kontinuierlich zugeführt.

Der Vorteil dieser Methode liegt auf der Hand: Man hört gleich etwas und muß nicht warten, bis die komplette Datei auf dem lokalen Rechner geladen ist. Um eine große Audiodatei im Streamingverfahren ruckel- und pausenfrei zu hören, muß die Leitung vom lokalen Rechner zum Internetprovider und der Verkehr im WWW entsprechend gut sein. Die Datentransferrate sollte so hoch wie möglich sein, um einwandfreies Hören zu ermöglichen.

Um Audiodateien im Streamingverfahren auf Webseiten präsentieren zu können, muß der Webserver spezielle Programme installiert haben, die das Streamingverfahren ermöglichen. Desweiteren benötigt der lokale "Endabnehmer" ebenfalls spezielle Programme, mit denen er das Streamingverfahren nutzen kann. Solch ein Abspielprogramm ist z. B. der Real Player G2, der nicht standardmäßig in Windows, im Mac oder in Linux installiert ist. -nach oben-

Dateiformate

Es gibt sehr viele verschiedene Dateiformate für Tondateien: WAV, AU, SND, IFF, VOC, MID, MOD, MOV, MP1, MP2, MP3, RM und wie sie alle heißen. Dazu kommen noch Formate, die oft nur auf einem Betriebssystem (Unix, Macintosh, DOS/Windows, SUN, Atari) sich abspielen lassen, auf anderen jedoch nur selten oder mit Hindernissen.

Für das WWW haben sich folgende Formate in etwa "durchgesetzt", d.h. werden von Browsern direkt oder durch sog. "Plug-ins" oder "Player" unterstützt:

  • WAV: ein Windows-Format, wird von Browsern auf Mac und Unix abgespielt - sehr verbreitet: Standard.
  • AU: von SUN/Next für Unix entwickelt, wird von Browsern auf PC und Mac abgespielt - verbreitet.
  • RA/RM: von RealNetworks, wird durch einen "Player" (extra zu installieren) oder durch "Plug-ins" (extra zu installieren) im Browser abgespielt - weit verbreitet.
  • MP3: (MPEG), ursprünglich ein Format für (komprimierte) Videos, jetzt verstärkt für Musik verwandt, wird von allen Browsern mit "Plug-ins" oder "Playern" abgespielt - sehr verbreitet: Standard.

Diese vier Formate werden hier näher betrachtet und kommen zum Einsatz in den Beispielen und Übungen.

Das MIDI-Format wird hier nicht weiter behandelt. MIDI-Tondateien spielen mit dem vorhandenen Hardwareequipement (Soundkarte mit MIDI-Interface) bestimmte Instrumente nach. "MIDI-Musikstücke" klingen auf jedem Rechner unterschiedlich. MIDI-Programme können keine Sprache oder Gesang wiedergeben und deshalb werden sie hier nicht weiter berücksichtigt. -nach oben-

Einsatz der Dateiformate

WAV: Im Prinzip für alle Gelegenheiten geeignet, aber WAV erzeugt sehr große Dateigrößen! Aufnahme und Wiedergabe sind relativ problemlos, ohne daß besondere Programme zusätzlich installiert werden müssen. Deshalb eher bei:

  • qualitätsmäßig sehr hochwertigen (CD-Qualität) aber kleinen (weniger als 50 KB!) Tondateien
  • bei Sprachaufnahmen in Mono in 8 bit bei 11.050 Hz,
  • bei einfachen Musikaufnahmen (via MC-Recorderüberspielung [Walkman] via "line in" der Soundkarte),
  • eingeschränkten Aufnahmemöglichkeiten (nur Soundkarte, kein CD-ROM-Laufwerk, keine hochwertige MC-Recorderüberspielung.

Ein Sonderfall ist die Möglichkeit, WAV-Dateien zu erzeugen, die intern nach dem MPEG-Verfahren komprimiert sind! Dies hat den Vorteil, daß in Webseiten eingebundene Audiodateien problemlos, ohne zusätzliche Instaöllationen von weiteren Playern oder Plug-ins, vom standardmäßig installierten Media Player abgespielt werden kann! Weitere Hinweise finden Sie dazu im Kapitel Komprimierung.

AU: Der Einsatz des AU-Formats sieht im Prinzip wie bei WAV aus. Bei Aufnahme und beim Konvertieren (WAV in AU-Format) benötigt man externe Programme (siehe: CoolEdit 96 [FILE - SAVE AS... Dateityp: Next/Sun (*.au) - Options: mu-Law 8-bit], die Wiedergabe erfolgt über MS Media Player (von Microsoft, Version 6.4), der nachträglich installiert wird und bei neueren Windows schon dabei ist.

RA/RM: eignet sich durch die recht hohe Komprimierung sehr gut für die Wiedergabe von Musikstücken in hoher Tonqualität (CD). Aufnehmen stets in CD-Qaulität im WAV-Format, dann mit dem RA-Encoder Version 3.0 (kostenlos, erhältlich auf BICS-FTP-Server) in das RA-Format oder mit dem RealProducer G2 in das RM-Format konvertieren. Die Wiedergabe erfolgt mit dem kostenlos erhältlichen Real Player G2 von Real Networks oder über den MS Media Player, der jedoch für RA bzw. RM ein Zusatzmodul aus dem Internet runterladen und installieren muß.

MP3: Mittlerweile sehr verbreitet, wird MP3 überwiegend für die Wiedergabe von Musik in CD-Qualität gerade über das Internet eingesetzt. Aufnahmen geschiehen meist im WAV-Format, die anschließend mit einem Encodern (z.B. Audiograbber oder L.A.M.E. oder MPEG-Suite) in ein gewünschtes MPEG-Format (Layer 3, normale Priority, 160 KB/sec) konvertiert werden. Die Wiedergabe erfolgt über Browser-Plug-ins, den MS Media Player oder spezielle standalone MPEG-Player, z.B. den kostenlosen YAMP (Yet Another Music Player) aus Chemnitz. -nach oben-

Player, Plug-ins und Audio-Editoren

Player, wie z. B. der MS Media Player oder der Real Media Player G2, sind Programme, die ein bestimmtes Dateiformat (z.B. RM/RA oder AU) oft in einem gesonderten Browser-Fenster oder in ihrem eigenen Programmfenster abspielen oder anzeigen, wenn man in einer Webseite auf eine Verknüpfung mit einer Audiodatei klickt. Bekannte Player sind:

  • Quick Time (für alle Plattformen): spielt Videos und Audio-Datein im Quicktime-Format ab. Gibt es auch als Plug-in für alle Browser.
  • RealMedia Player G2 von Real Networks: speziell für Medien (Audios, Videos, Radio, Einzelbilder) direkt während der Übertragung aus dem Internet abspielbar ("streaming"), gibt es kostenlos, verbindet sich aber oft mit seinem Heimatserver, um weitere Programmteile nach zu installieren.
  • Microsoft Media Player, neue Version 6.4, integriert sich sehr gut in die Windows 95/98 bzw. 2000 Umgebung, spielt (fast) alle Dateiformate ab ... soll es auch spaeter für Linux und Mac geben. Im Moment der bevorzugte Player für die Windows-Leute.
  • MPEG-Player spielen fast ausschliesslich MPEG-Formate ab, in der Regel meist kostenlos oder Shareware, nehmen an Bedeutung immer mehr zu, vor allem wegen des Abspielens von Musikstücken in CD-Qualität.

Browser-Plug-ins ("Steckmodule") bestehen aus DLL- Dateien, die bei der Installation in ein Fenster des Browsers geladen und bei Aufruf des entsprechenden Dateiformates vom Browser ausgeführt werden. Die eingebauten Plug-ins Ihres Netscape-Navigators können Sie selbst überprüfen im Menü HILFE - ÜBER PLUG-INS. Über Plug-ins und Player informiert sehr gut http://www.plugins.de/.

Audio-Editoren sind eigenständige Programme, die zur vielfältigsten Bearbeitung von (digitalisierten) Tönen dienen. Ich benutze einen Audio-Editor wie CoolEdit 96 hier nur dazu, aus langen WAV-Dateien kurze Stücke (siehe folgende Tabelle) auszuschneiden und diese in andere Formate (z. B. WAV in AU) zu konvertieren.

Die neuesten Plug-ins und Media Player finden Sie auf d