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Nötige Kompetenzen für erfolgreiches kooperatives Lernen

Kompetenzen für ein Projekt kooperativen Lernens betreffen Lehrer wie Schüler. Als Lehrer zeigten sich bei mir Defizite im Betreuen der Teamarbeiten: Mein Lehrerverhalten in den Teamphasen läßt sich in drei Verhaltensweisen differenzieren: entweder war ich nur Beobachter, oder wurde gezielt von der Gruppe um Rat gefragt, oder schließlich bei stockenden Arbeitsprozessen versuchte ich in einer Weise einzugreifen, die meinem Verhalten in Phasen des gelenkten Unterrichtsgespräch ähnelt. Hier müßte in Zukunft ein phasenspezifischeres Lehrerverhalten eingesetzt werden. Dieses sollte sich dadurch auszeichnen, daß ich als Lehrer in die Teamarbeit Impulse hineingebe, die der Gruppe in stockenden Arbeitsprozessen Hilfe zur Selbsthilfe anbietet. Das würde den Schülern ermöglichen, auf meinen Impuls hin selbst den Prozeß der Problemlösung zu bestimmen; meine bisherigen Impulse hingegen entlasteteten die Schüler von der Prozeßplanung, und gaben ihnen bereits konkrete Entscheidungskriterien zur Problembewältigung an die Hand - dem Prozeß kooperativen Lernens haben die Impulse folglich nicht genutzt, lediglich der unselbständigen Produktion eines akzeptalen Ergebnisses. Entsprechend scheint eine Moderatorenrolle das angemessene Handlungsmuster des Lehrers in Teamarbeitsphasen zu sein. Die Moderationsmethode sollte als Kompetenz des Lehrers langfristig eingeübt werden.
Auch die Schüler müssen für kooperatives Lernen Kompetenzen bereits erlangt haben, bzw. sollten sie als Lernziele für die Unterreichtsreihe einbezogen werden. Aus den Beobachtungen dieser Reihe scheinen die folgenden Kompetenzen eine Schlüsselfunktion zu haben: Teamfähigkeit, Strategien zur Planung und Erschließung komplexer Inhaltsgebiete, z.B. Kenntnis von Fragekategorien, sowie sprachliche Handlungsfähigkeit zur Präsentation und Diskussion von Teamergebnissen. Konkret: Die Kompetenz von Teamfähigkeit muß auch für zukünftige Unterrichtsvorhaben als eine der entscheidensten Voraussetzungen für unterrichtliches Gelingen angesehen werden. Denn die größtmögliche Funktionstüchtigkeit individueller Varianten der Literaturinterpretation wurde kollektiv ausgehandelt. Ein Beispiel dafür war der Arbeitsauftrag an zwei Teams, ihre jeweiligen Team-Sequenzen zu einem Gesamt-Hypertext zusammenzufügen (8. Stunde). Hier haben die Schüler analysiert und in der Gruppe kritisch diskutiert, wo die optimalsten Verbindungen gesetzt werden, um zu einer kollektiven Gesamtinterpretation des Textes zu gelangen. Dieser literaturwissenschaftliche Konstruktivismus (vgl. Kapitel 2.2) kann ohne Teamfähigkeit nicht erfolgreich praktiziert werden.
Die Themenfindung in der ersten Stunde bedurfte der kompetenten Reduzierung der möglichen Aspekte zu Schwerpunkten. Dazu können Fragekompetenzen ein Hilfsmittel sein. Entsprechend wäre es im Vorfeld hilfreich, bei den Schülern einen Vorrat an Fragekategorien nach dem Muster eines Werkzeugkastens auszubilden, aus dem sie für bestimmte Zwecke die passende Frage (Werkzeug) auswählen.
Bei einem Projekt, das derart auf Team-Arbeit beruht wie dieses, müssen die Schüler schließlich mit entsprechenden Redemitteln sprachlich handlungsfähig gemacht werden. 6  Davon betroffen sind zum einen die Präsentation von Ergebnissen, um Gruppenergebnisse dem Plenum zur Diskussion zu stellen; zum anderen das debattieren zum Aushandeln von konsensfähigen Hypertextbausteinen.



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