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literamos 13/03 |
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2. Julia Marfutov: MAIABENDS IM CAFÉ 3. Julia Marfutov: MIT SCHAUERN 4. Julia Marfutov: ANSICHTSSACHE 5. Ulrike Bürgel: NARBEN 6. Ulrike Bürgel: SCHLÜSSE 7. Ulrike Bürgel: ZEIT 8. Francis Golz: LEBENSLÄUFE 9. Ulrike Bürgel: WENN DU DIE WAHL HÄTTEST ... 10. Martin Vogt: DIE PERFEKTE WELT 11. Ulrike Bürgel: STEHEN BLEIBEN 12. Ulrike Bürgel:EIN ALTES GEMÄUER 13. Sarra Kebir: FEELGOOD LIES 14. Sarra Kebir: WOLKEN 15. Sarra Kebir: NEUE ENERGIE HEIßT NEUE HOFFNUNG 16. Juliane Neumann: LE PRINTIMPS 17. Ulrike Bürgel: VERSCHLIEßE DEIN HERZ NICHT 18. Büke Schwarz: DIE FEINE BERLINER ART 19. Martin Vogt: DIE STILLE 20. Martin Vogt: REZEPTE FÜR ZEITREISEN 21. Julia Marfutov: UNAUFHALTSAM 22. Julia Marfutov: RÜCKFALL 23. Martin Vogt: EINE NORMALE GESCHICHTE 24. Julia Marfutov: NACHT |
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Seitenende |
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Klaus Loscher (Lehrer) Schilderer seiner Zeit, heute noch sehr geschätzt. Wer ist gemeint? Lösung! ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Julia Marfutov (10b) MAIABENDS IM CAFÉ Inmitten von Stimmen in wärmender Sonne Umwehten Kaffeedüfte Liebende mit Wonne. Les pairs ont adoré l’amour en mai, le soir Im Gartencafé, wie gemalt von Renoir*. So lang ist’s noch nicht her, dass auch ich rosabebrillt Hier viele kleine Ewigkeiten mit dir verbrachte, Deine Lippen berührte, dich umarmte und lachte; Wir - scheinbar schwerelos, das Leben - Pierre Augustes Bild. Der Ober kam, ich saß als Einz’ge am Tisch allein. “Kaffee und Kuchen?” – “Nein, eher Wodka oder Wein!” Die Sehnsucht schmerzte so, als Liebe aus allen Ecken quoll, Glücklicher Herzen Geflüster von überall scholl. * Pierre Auguste Renoir: „La Moulin de la Galette“ ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Julia Marfutov (10b) MIT SCHAUERN Der Tod schleicht heran auf leisen Pfoten ähnlich einer Katze auf der Jagd. Die Katze will die Maus, der Krebstod dich; und wie’s aussieht, kriegen beide ihr Begehren. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Julia Marfutov (10b) ANSICHTSSACHE An nasskalt-windigen Novembertagen zieh‘ ich mir eine rosa Brille auf und dieses Grau in Grau von Regen, Pfützen, Matsch erscheint mir plötzlich nur banal. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Ulrike Bürgel (Kurssystem) NARBEN Sichtbare und unsichtbare Narben tragen alle Menschen mit sich. Unsichtbare Narben entstehen durch Enttäuschungen. Sichtbare Narben entstehen durch Operationen und Unfälle. Doch eines haben beide gemeinsam: Sie bleiben für immer, haften an Erinnerungen und am Leben eines jeden Menschen. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Ulrike Bürgel (Kurssystem) SCHLÜSSE Alles zerfallen, liegt darnieder wie unzählige Spiegelscherben. Du – Bruchstücke. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Ulrike Bürgel (Kurssystem) ZEIT Zeit für Mich, Dich, Uns, Euch, Doch was, wenn die Zeit rennt, keine Zeit für etwas bleibt, für jemanden? ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Francis Golz (Kurssystem) LEBENSLÄUFE Glühwürmchen leuchten durch die Nacht Und während zwei Gestalten Von einer geheimen Macht getrieben sie lachend einzufangen versuchen Fällt ein Blatt vom Baum ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Ulrike Bürgel (Kurssystem) WENN DU DIE WAHL HÄTTEST ... (entstanden beim Netzwerk
behinderter Frauen) Auf was würdest Du verzichten, wenn Du die Wahl hättest? Würdest Du lieber blind sein - Oder doch lieber taub? Würdest Du lieber stumm sein - Oder doch lieber im Rollstuhl sitzen? Würdest Du lieber einarmig sein - Oder doch lieber verkrüppelte Hände besitzen? Würdest Du lieber nur ein Bein haben - Oder doch lieber verkrüppelte Füße? Würdest Du lieber beinlos sein Oder doch lieber armlos? ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Martin Vogt (Kurssystem) DIE PERFEKTE WELT Eine perfekte Welt wäre zwar schön und vor allem perfekt, aber im Grunde doch ziemlich langweilig. Deshalb ist eine Welt, die nicht perfekt ist, in Ordnung, aber sie muss einem zumindest so erscheinen, als biete sie einem die Möglichkeit, sie perfekt machen zu können. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Ulrike Bürgel (Kurssystem) STEHEN BLEIBEN Er blieb stehen. Er blieb einfach so auf diesem riesigen Platz stehen. Er spürte die Reaktion der Menschen. Sie fühlten sich in ihrem Tagesablauf gestört. Er stand ihnen im Weg. Er rührte sich auch dann nicht, als er angerempelt wurde. Er sah sich um und beobachtete. Die Menschen hasteten und hatten kaum einen Blick füreinander übrig. Er sah sie genau an. Er nahm sich die Zeit, die ihm vorher gestohlen worden war. Er sah, wie unterschiedlich die Menschen waren. Sie hasteten und waren Teil einer Masse. Er überlegte. Er versuchte, das Bild in eine Geschichte zu verwandeln. Er stellte sich vor, wie es wäre, wenn er nur einen Menschen herausstellen würde. Sie hasteten weiter wie ein Strom Fische, der von einer unsichtbaren Hand geführt wurde. Er fühlte sich überfordert. Er konnte keinen einzelnen herausstellen, denn hatte er einen, so war dieser gleich wieder weg. Er überlegte, was er nun machen sollte. Sie spannten ihre Regenschirme auf. Er stand. Er sah um sich herum. Er wurde nass und - ging. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Ulrike Bürgel (Kurssystem) EIN ALTES GEMÄUER An einem alten Gemäuer ranken Wurzeln wie Adern, von dicken zweigen - wie Arterien – viele kleine ab, umfassen Fenster, bedecken Mauern. Sobald es wärmer wird, werden die Blätter die Wurzeln wie eine Haut bedecken - wie rote Haut, grüne Haut; in den warmen Monaten wehen leichte Winde hindurch. So lange, bis sie Blatt für Blatt mitnehmen. Und wenn kein Blatt mehr ist, bleibt: Ein altes Gemäuer – erobert von den Wurzeln. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ |