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literamos 9/02 |
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2. Klaus Loscher: Bänkelsangeinlagen zur Jubiläumsrevue 3. Claudia Wolff: Zur Arbeit an der 3. Szene der Jubiläumsrevue 4. Theater-AG: 3. Szene der Jubiläumsrevue 5. Antonia Putzger: Das Balkonzimmer 6. Anna Hohle: Das Balkonzimmer 7. Alexander Olejnik: Hip Hop Life 8. Sarah-Sophie Bähr: You Are 9. Wasiem Ramadan, Lucas Sawallich: Das Wandern ist des ... 10. Tilman Thiel: Kein Frühling 11. Eva Becker: Ach, meine kältische Liebe 12. Lionel Ratajczak: Der Spatz und der Hahnr |
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Seitenende |
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Klaus Loscher (Lehrer) der Germanistik, berühmt sind sie als Sammler bis heut. Wer ist gemeint? Lösung! Klaus Loscher (Lehrer) damals schon war sein Problem: Bürger und Künstler zu sein. Wer ist gemeint? Lösung! ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Klaus Loscher (Lehrer) 1. Auftritt -
Kaiserreich (vor Szene
1) Hoch im Glanze seiner Blüte stand der Deutschen Kaiserreich. Jugendlich war das Jahrhundert, Wilhelm thronte göttergleich. Zu ’nem Plätzchen an der Sonne strebt’ man hoch auf Weltniveau! Immer größer wuchs die Hauptstadt, Moabit wuchs ebenso. Nötig wurd’ ’ne neue Schule; schnell gezogen in die Höh’, wie ’ne Ritterburg, so ragt’ sie stolz am Ufer links der Spree. Realschule Nummer dreizehn nannt’ man sie schlicht bürgerlich; neunzehnhundertzwanzig erst lieh sie Menzels Namen sich. Gar nicht billig war das Schulgeld, trotzdem zog es viele hin; Uniform war Pflicht für Schüler, Hauptfach war die Disziplin. Wie in jeder Jungenschule wurd’ auch hier ganz ungeniert für ’nen Krieg Kanonenfutter damals reichlich produziert. 2. Auftritt – Weimarer Zeit Im August des Jahres vierzehn zogen diese Jungs ins Feld, um fürs Vaterland, das teure, sich zu schlagen wie ein Held. Viele starben sehr erbärmlich, ernüchtert kehrten viele zurück; trotzdem sind vom Heldenkriegsspiel Jungenköpfe noch verrückt. Im November achtzehn war es, Deutschlands alter Potentat musste gehn, der Deutsche sollte werden nun ein Demokrat.
Niederlagenfrust und Chaos machten dies gar vielen schwer; Inflation, Parteienstreit förderten es auch nicht sehr. Nach des Kaiserreiches Glanz sehnten viele sich zurück, sehnten sich nach starker Führung, nach dem Untertanenglück. Doch auch Fortschritt sah die Schule, als Menzel-Schule jetzt bekannt, durfte nun zum Abi führen, Oberrealschule drum genannt. Schulorchester, Lehrmittelfreiheit, Frühstück und elektrisch Licht: all das gab’s jetzt, und ein Bootshaus gab dem Sport noch mehr Gewicht. 3. Auftritt –
Drittes Reich Böse Jahre, die jetzt kamen, sollen nicht verschwiegen sein, wie es üblich war in Deutschland weit in Nachkriegszeiten rein. Gleichgeschaltet, selbstverständlich, ward auch das Kollegium unsrer Schule; manche taten’s gern, wie im Delirium. Ein besonders strammer Lehrer, der die Knaben drillt’ im Sport, machte Druck, so dass fast alle mussten rein in die HJ. Vor den Toren dieses Hauses macht’ nicht Halt die Barbarei; im Dezember achtunddreißig war die Schule judenfrei. Nah’ in der Levetzowstraße wurd’ das Bethaus ruiniert, gut war auch von hier zu sehen, wie man Juden deportiert. Nach dem Tode noch verfolgte seine Gegner das Regime; einen Toten zu begraben konnte deshalb sein sehr kühn. Bomberschwärme hinterließen Leichenberge, Asche, Schutt, doch an unsrer Menzel-Schule ging recht wenig nur kaputt. Trotzdem fielen auch die Stunden hier oft aus, bedingt durch Krieg; ständig musst’ man reparieren, und auch sammeln für den Sieg. Während rings das Hansaviertel niedersank im Feuersturm, blieb fast heil die Menzel-Schule, einsam ragend wie ein Turm. 4. Auftritt -
Nachkriegszeit Bald begann die Schule wieder nach der Kapitulation; Aufbau hieß es, auch an Freiheit gab’s ’ne größere Portion. Anfang hieß es, Aufbruch, Hoffnung, alles strebt’ nach Neubeginn; da die Stadt ein Trümmerhaufen, zog der Aufbau sich doch hin. Schule war kaum reparierbar, Mangel herrschte überall; Schüler froren um die Wette, knapp war nicht nur Brennmaterial. Vielen fehlt’ auch Orientierung, wirksam war noch Nazi-Geist; Schüler waren teils verwahrlost und der Schule entwöhnt zumeist. Als dann die Berliner Schule wurde demokratisiert, hat man auch gleich dies Gymnasium ganz erheblich reformiert. Mädchen wurden zugelassen; humanistisch-elitär und ganz exklusiv für Jungen war dies Institut nicht mehr. Als den Ostberliner Schülern Schulbesuch im Westen ward von der SED verboten, traf’s die Menzelschule hart. Der Direktor namens Müller war ’ne Weile suspendiert, weil er, seine Schule zu retten, |